Programm
Theaterperformance zu der historischen Perspektive und den unterschiedlichen Formen der „Fake News“ von Daliah Kentges. „This is Fake News“ – Spätestens seit Donald Trump sind Fake News in aller Munde. Der Begriff, der es sogar zum Unwort des Jahres 2017 geschafft hat, ist mittlerweile eindeutig politisch konnotiert und beinhaltet Wahlbetrug, Bildmanipulation, Gerüchte, Falschmeldungen und Lügen. Durch gezielt gelenkte Desinformationspolitik und der Rede von alternativen Wahrheiten sowie einem postfaktischen Zeitalter gerät der Wahrheitsbegriff zunehmend ins Wanken.
Für Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene
In Zeiten von Facebook, Twitter, Whatsapp und Co. verbreiten sich Falschmeldungen in Lichtgeschwindigkeit und die Frage stellt sich, wie sich wahre von frei erfundenen und absichtlich verfälschten Nachrichten überhaupt noch unterscheiden lassen. Ein anderer wichtiger Punkt ist die formale Verarbeitung und Kommunikation von Fake News. Wie funktioniert die Verbreitung? Warum verbreiten sich Falschmeldungen so schnell? Welche Formen verbreiten sich besser als andere? Wie sind die Reaktionen der Menschen? Wer ist vertrauenswürdig? Können wir das eigentlich selbst erkennen?
Auch wenn es den Anschein erwecken mag, dass es sich bei Fake News um ein Phänomen unserer Gegenwart handelt, so verrät ein Blick auf die Geschichte, dass Falschmeldungen von jeher fester Bestandteil unserer Menschheitsgeschichte sind und den Geschichtsverlauf maßgeblich beeinflussten. Schon im Zeitalter der Ägypter oder zu Zeiten Kaiser Konstantins operierten gewiefte Akteure mit Falschmeldungen, um die eigenen Interessen durchzusetzen und ihre Macht zu stärken. Der Fall Marie-Antoinette zeigt, dass sogar eine vermeintlich harmlose Aussage wie „Qu’ils mangent de le brioche“ die Meinungsbildung eines ganzen Volkes in eine bestimmte Richtung lenken konnte und auch George Bush bewies, dass man nicht nur einen Wahlsieg, sondern auch einen Krieg mithilfe von Fake News heraufbeschwören kann.
Die Theaterperformance, von ca. 50 Minuten mit zwei Schauspielern, hat zum einen das Ziel, die Idee der Fake News zu hinterfragen und die unterschiedlichen Formen aufzuzeigen. Einerseits bezieht sich die Performance auf Fälle aus der frühen und späten Geschichte (Nero, Vatikan, Französische Revolution, etc). Andererseits werden aktuelle Fälle der Zeitgeschichte ein Thema sein. Das geht vom Fall Claas Relotius und der Spiegel-Affäre, über 9/11, George W. Bush bis zu Donald Trump.
Regie: Daliah Kentges
Dramaturgie: Sarah Rock
Schauspiel: Anouk Wagener, Pitt Simon
50 Min. ohne Pause